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14.07.26

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Parkett schleifen - welche Körnung? Die richtige Reihenfolge von Grob- bis Feinschliff

Liebe Parkettfreunde,

das ist eine der Fragen, die bei mir am häufigsten landet: “Diddi, mit welcher Körnung fange ich an, und welche kommt zum Schluss?” Verständlich, denn beim Abschleifen entscheidet die Reihenfolge der Körnungen über das ganze Ergebnis. Stimmt sie nicht, sieht der frisch geölte Boden hinterher streifig aus, und das ärgert dann doppelt, weil die Arbeit ja schon getan ist.

Ich gebe Euch hier die Körnungs-Abfolge kompakt und entscheidungsorientiert an die Hand - mit Tabelle, Faustregeln und den typischen Fehlern. Wer es ganz ausführlich mag, mit Bahnenführung und Mustern, findet die Langform in meiner Serie “Schleifen von Holzfußböden”, auf die ich an den passenden Stellen verlinke.

Körnung verstehen - was die Zahlen bedeuten

Die Regel ist einfach: kleine Zahl gleich grob, große Zahl gleich fein. Ein K24-Papier hat wenige, grobe Körner und trägt viel Material ab. Ein K120-Papier hat viele, feine Körner und glättet nur noch die Oberfläche.

Wichtig hierbei ist: Ihr arbeitet Euch Stufe für Stufe von grob nach fein vor, und keine Stufe wird übersprungen. Jede Körnung hat die Aufgabe, die Riefen der vorigen, gröberen Körnung zu beseitigen. Springt Ihr von K40 direkt auf K120, bleiben die tiefen Kratzer des Grobschliffs stehen - das feine Papier kommt da nicht mehr heran.

Die richtige Körnungs-Abfolge: Grob-, Mittel- und Feinschliff

Grundsätzlich arbeitet Ihr in drei Schritten: Grobschliff (Material abtragen, alten Lack oder Öl runter, Unebenheiten egalisieren), Mittelschliff (die groben Riefen rausnehmen) und Feinschliff (die Oberfläche für Öl oder Lack vorbereiten). Welche konkreten Körnungen Ihr nehmt, hängt vom Bodentyp und vom Zustand ab.

Parkett - von K24 bis K120

Schliff Körnung Wann
Grobschliff K24 Standard, alter oder versiegelter Boden
Grobschliff (Variante) K40 sehr ebenes, neu verlegtes Parkett
Mittelschliff K40 + K80 (alt) / nur K80 (neu) Zwischenstufe
Feinschliff K120 Endschliff vor Öl oder Lack

Bei einem alten, versiegelten Parkett startet Ihr mit K24. Ist das Parkett frisch verlegt und schon sehr eben, reicht ein Einstieg mit K40. Beim Mittelschliff schiebt Ihr bei altem Boden noch einen Durchgang mit K40 vor dem K80 ein; bei neuem Boden genügt K80 direkt. Der Feinschliff in K120 ist die letzte Stufe vor der Beschichtung.

Dielen - von K16/K24 bis K120

Schliff Körnung Wann
Grobschliff K16 alte, wellige, lackierte Dielen
Grobschliff K24 schon einmal geschliffene Dielen
Grobschliff K40 neu verlegte Dielen
Mittelschliff K40 + K80 / nur K80 (neu) Zwischenstufe
Feinschliff K120 Endschliff

Dielen sind robuster und meist dicker als Parkett, deshalb dürft Ihr hier gröber einsteigen. Bei richtig alten, welligen und mehrfach lackierten Dielen ist K16 angebracht. Schon einmal geschliffene Dielen beginnt Ihr mit K24, neu verlegte mit K40. Mittel- und Feinschliff laufen dann wie beim Parkett.

Zur Bahnenführung nur kurz: Bei Dielen geht der erste Schliff diagonal zur Diele, Bahn für Bahn, das egalisiert die Unebenheiten. Danach in Laufrichtung, also in Faserrichtung, und der Feinschliff ebenfalls in Faserrichtung. Bei Parkett hängt die Richtung vom Verlegemuster ab, und der Feinschliff läuft parallel zu den Wänden in Richtung des Lichteinfalls, damit feine Kratzer nicht auffallen. Die Details dazu habe ich in Teil 3 meiner Serie zum Schleifen von Dielen und in Teil 4 und 5 zum Parkett und zu den Rändern ausführlich aufgeschrieben.

Tipp: Versenkt vorstehende Nägel vor jedem Körnungswechsel und spachtelt Risse und Fugen erst nach dem Mittelschliff - der Schleifstaub aus dem K80-Durchgang eignet sich übrigens prima zum Anteigen einer Holzkittlösung.

Schleifgitter vor Öl oder Lack (optional)

Wer es besonders gleichmäßig mag, kann nach dem Feinschliff noch ein Schleifgitter oder Multipad (etwa K60) als letzten Egalisierungsschritt einsetzen, gefahren mit der Einscheibenmaschine. Das ist ein optionaler Schritt, eine Kür für ein besonders ruhiges Schliffbild. Die passenden Gitter und Multipads findet Ihr in der Schleifmittel-Kategorie mit allen Körnungen von K12 bis K120.

Welche Maschine für welchen Schritt?

Für die Fläche braucht Ihr eine Walzenschleifmaschine wie die Tornado II. Sie trägt im Grobschliff zügig ab und liefert mit der feineren Körnung das saubere Schliffbild. Für den Feinschliff und das erwähnte Schleifgitter eignet sich eine Einscheibenmaschine, die mit Teller arbeitet.

Die große Maschine kommt aber nicht bis an die Wand. Es bleibt rundum ein etwa 5 cm breiter Rahmen stehen, und genau dafür gibt es den Randschleifer - bei uns den PUCK 150 oder die Taifun-Randschleifmaschine. Wichtig: Den Rand schleift Ihr in denselben Körnungsstufen wie die Fläche, sonst seht Ihr nach dem Ölen einen Farbunterschied am Rand.

Für die Ecken, in die weder Walze noch Randschleifer hineinkommen, nehmt Ihr einen Eckenschleifer, etwa den Festool Akku-Rutscher, oder Ihr arbeitet mit Schleifschuh und Schleifschwamm von Hand nach. Alle Maschinen findet Ihr gesammelt in der Maschinen-Kategorie.

Staubarm schleifen - warum die Absaugung zählt

Das Thema Staub treibt verständlicherweise jeden um, der zum ersten Mal abschleift. Einfache Baumarkt-Schleifer fangen nur einen Teil des Schleifstaubs auf. Profimaschinen arbeiten dagegen mit angeschlossener Absaugung und halten den Staub damit spürbar besser zurück - das hält die Wohnung sauberer und sorgt nebenbei für ein besseres Arbeitsergebnis, denn jedes Staubkorn, das unter dem Lack liegen bleibt, macht die Oberfläche rau.

Trotz Absaugung gehört bei Schleifarbeiten ein geeigneter Atemschutz dazu. Achtet darauf, eine passende Staubschutzmaske zu tragen und gut zu lüften.

Parkett, Dielen, Mosaikparkett - was ist anders?

Massives Parkett hat eine begrenzte Nutzschicht, deshalb dosiert Ihr beim Abtrag vorsichtig und schleift im Feinschliff nie gegen die Faser. Bei Mehrschicht- oder Fertigparkett ist die Nutzschicht oft nur 2 bis 4 mm dick und lässt sich nur begrenzt oft abschleifen - im Zweifel lieber einmal nachmessen oder eine Fachfirma fragen.

Dielen vertragen den gröberen Einstieg, wie oben beschrieben. Mosaikparkett hat wechselnde Faserrichtungen der einzelnen Lamellen, hier ist diagonales Arbeiten Pflicht, sonst zieht Ihr Riefen quer zur Faser. Das ist genau der Fall, der in Teil 4 meiner Serie ausführlich behandelt wird.

Und ganz wichtig zur Abgrenzung: Designboden, Vinyl und versiegeltes Laminat lassen sich nicht abschleifen. Nur echtes Holz, also Parkett und Dielen, kommt für den Schliff infrage. Wer hier zum Schleifer greift, ruiniert die Oberfläche.

Die häufigsten Fehler beim Parkett schleifen

  1. Körnung überspringen (etwa K40 direkt auf K120): tiefe Riefen bleiben stehen, die Beschichtung haftet schlechter.
  2. Im Feinschliff gegen die Faser arbeiten: sichtbare Querkratzer auf Massivparkett und Dielen.
  3. Verlegemuster missachten: bei Fischgrät oder Mosaik ohne Diagonalschliff entstehen Riefen quer zur Lamelle.
  4. Zu hoher Druck oder die Walze zu lange an einer Stelle stehen lassen: das gibt Schleifwellen, gerade bei weichen Hölzern.
  5. Ränder und Ecken vergessen: ein ungeschliffener Rahmen, der sich nach dem Ölen farblich abzeichnet.
  6. Staub nicht abgesaugt: Staubkörner unter dem Lack machen die Oberfläche rau.
  7. Nägel nicht versenkt oder Fugen zu früh gespachtelt: das beschädigt Schleifpapier und Maschine, und der Spachtel reißt wieder aus.

Selber schleifen oder Fachfirma?

Ich traue Euch handwerklich viel zu, und eine überschaubare Fläche mit gesundem Massivparkett oder soliden Dielen bekommt ein geübter Heimwerker mit den richtigen Maschinen gut hin. Bei sehr großen Flächen, bei dünnschichtigem Fertigparkett, bei Unsicherheit über den Bodenaufbau oder wenn keine staubarme Profimaschine zur Verfügung steht, ist eine Fachfirma die bessere Wahl. Das gilt erst recht, wenn ein Altboden möglicherweise schadstoffbelastet ist.

FAQ

Mit welcher Körnung fängt man beim Parkett schleifen an? Bei altem oder versiegeltem Parkett mit K24, bei sehr ebenem, neu verlegtem Parkett mit K40. Dielen vertragen je nach Zustand auch einen Einstieg mit K16 oder K24.

Welche Körnung kommt zum Schluss? K120 als Feinschliff vor dem Ölen oder Lackieren. Optional könnt Ihr danach noch ein Schleifgitter um K60 zum Egalisieren fahren.

Darf man Körnungen überspringen? Nein. Jede Stufe entfernt die Riefen der vorigen. Überspringt Ihr eine, bleiben die gröberen Kratzer sichtbar und die Beschichtung haftet schlechter.

Wie schleift man die Ränder und Ecken? Die Kanten mit dem Randschleifer, die Ecken mit Eckenschleifer oder von Hand - immer in denselben Körnungsstufen wie die Fläche.

Mit oder gegen die Faser schleifen? Der Grobschliff läuft diagonal oder quer zur Egalisierung, der Fein- und Endschliff in Faserrichtung beziehungsweise zum Lichteinfall hin.

Kann ich Designboden oder Vinyl schleifen? Nein. Nur echtes Holz, also Parkett und Dielen, lässt sich abschleifen. Designboden, Vinyl und versiegeltes Laminat nicht.

Ich hoffe, ich konnte Euch die Körnungs-Frage von Grob bis Fein verständlich aufdröseln. Wenn Ihr fürs Beschichten danach noch das passende Öl oder den richtigen Lack sucht, schaut Euch in Ruhe in unserer Kategorie Parkettöl & Lack um. Bis zum nächsten Blogbeitrag verbleibe ich mit den besten Wünschen. Alles Gute für Euch und natürlich für Euren Parkettboden.

Euer Diddi