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25.04.18

Holzfußböden und Wasserschaden - ein Problem

Holzfußböden und Wasserschaden - ein Problem?

Wasserschaden am Parkett: Erst durchatmen, dann handeln

Ein umgekippter Blumentopf, eine übergelaufene Waschmaschine, ein Rohrbruch über Nacht – und plötzlich steht das Wasser auf dem geliebten Holzboden. Der erste Gedanke ist fast immer derselbe: Ist mein Parkett jetzt ruiniert? Die beruhigende Antwort vorweg: In den allermeisten Fällen nicht. Holz ist erstaunlich robust, und mit schnellem, überlegtem Handeln lässt sich ein Wasserschaden oft erstaunlich unkompliziert beheben. Entscheidend sind nicht Panik, sondern die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge.

Die erste Stunde entscheidet

Was jetzt zählt, ist Tempo. Je länger das Wasser steht, desto tiefer zieht es ins Holz – deshalb gilt: erst das Wasser weg, dann alles Weitere. Nehmen Sie stehende Nässe sofort mit Tüchern oder einem Nass-Sauger auf und wischen Sie die Fläche trocken. Rücken Sie Möbel, Teppiche und alles, was Feuchtigkeit hält, von der betroffenen Stelle. Dann heißt es: Luft ran. Fenster auf, Türen auf, bei Bedarf ein Ventilator oder Luftentfeuchter – so entweicht die Restfeuchte, bevor sie Schaden anrichtet. Diese erste Stunde ist oft der Unterschied zwischen „kurz durchgewischt" und „aufwendig saniert".

Kleine Missgeschicke: meist halb so wild

Stand das Wasser nur kurz, kommt Ihr Boden in der Regel mit einem Schrecken davon. Häufig genügt es dann, den Raum ein paar Tage gut durchzulüften, bis das Holz vollständig getrocknet ist. Bleibt danach ein blasser Fleck zurück, lässt er sich meist mit einer örtlichen Reinigung und etwas Nachbehandlung wieder zum Verschwinden bringen. Hat sich der Fleck tiefer eingegraben, schleifen Sie die Stelle vorsichtig an und arbeiten anschließend etwas Pflegeöl oder Wachs ein. Gerade geölte Böden sind hier im Vorteil: Sie lassen sich Stück für Stück ausbessern, ohne dass der ganze Raum abgeschliffen werden muss – wie das genau geht, zeigt der Bereich Parkett geölt pflegen.

Wenn das Wasser in die Tiefe zieht

Kniffliger wird es, wenn das Wasser Zeit hatte, durch die Fugen unter den Boden zu laufen. Das ist der Fall, den man ernst nehmen sollte – auch dann, wenn die Oberfläche oben noch fast unversehrt aussieht. Denn was man nicht sieht, kann trotzdem arbeiten: Schon nach ein bis zwei Tagen dauerhafter Feuchtigkeit können sich Schimmelpilze bilden. Prüfen Sie deshalb, ob sich unter Parkett oder Dielen Wasser gesammelt hat. Wölben sich Dielen, riecht es muffig oder verändern sich die Fugen, ist das ein deutliches Warnsignal. Dann sollte der Aufbau fachgerecht mit Trocknungsgeräten entfeuchtet werden – hier lohnt es sich, einen Fachbetrieb hinzuzuziehen, statt auf gut Glück abzuwarten.

Ein Blick, den viele vergessen: der Estrich

Bei größeren Schäden lohnt sich der Blick unter das Holz. Auch der Estrich kann Feuchtigkeit abbekommen haben, selbst wenn der Boden darüber intakt wirkt. Prüfen Sie ihn – unabhängig vom Bodenbelag – auf Risse und andere Schäden. Und hier kommt die vielleicht schönste Nachricht für Besitzer eines echten Massivparketts: Ist das Holz weitgehend intakt, kann es nach der Sanierung des Estrichs oft aufgenommen und wieder verlegt werden. Ein hochwertiger Massivboden verzeiht so einiges, wo ein dünner Fertigbelag längst aufgeben müsste.

Damit es gar nicht erst so weit kommt

Der beste Wasserschaden ist der, der nie passiert. Ein paar Gewohnheiten helfen: Holzböden immer nur nebelfeucht mit gut ausgewrungenem Lappen wischen, verschüttete Flüssigkeiten sofort aufnehmen und die Oberfläche gepflegt halten. Denn ein regelmäßig geölter oder versiegelter Boden lässt Wasser deutlich langsamer eindringen als eine strapazierte, ausgelaugte Oberfläche. Matten in Küche und Eingangsbereich und gut gefüllte Fugen tun ihr Übriges – kleine Handgriffe, die Ihrem Boden im Ernstfall wertvolle Zeit verschaffen.

Kurz gefragt, kurz geantwortet

Ist ein Wasserschaden am Parkett immer ein Totalschaden?

Nein, ganz im Gegenteil. Wer schnell handelt, rettet die meisten Böden. Kleine Flecken verschwinden durch Trocknen und Nachbehandeln, und selbst nach größeren Schäden lässt sich intaktes Massivparkett nach der Estrichsanierung oft wiederverwenden.

Wie schnell muss ich reagieren?

So schnell wie möglich – am besten sofort. Stehendes Wasser gehört umgehend entfernt, denn schon nach ein bis zwei Tagen Feuchtigkeit droht Schimmel. Je kürzer die Einwirkzeit, desto kleiner der Schaden.

Wie bekomme ich Wasserflecken wieder aus dem Holz?

Frische, oberflächliche Flecken lassen sich meist örtlich reinigen und nachbehandeln. Sitzt der Fleck tiefer, schleifen Sie die Stelle leicht an und arbeiten Pflegeöl oder Wachs ein.

Woran merke ich, dass sich unter dem Boden Feuchtigkeit hält?

Typische Anzeichen sind aufgewölbte Dielen, ein muffiger Geruch und sich verändernde Fugen. Im Zweifel klärt ein Feuchtemessgerät, ob eine technische Trocknung nötig ist.